Fachwissen für die Ausführung einer fachgerechten Markisenmontage nach CE und DIN EN 13561

Bevor Sie überhaupt mit den Planungen für die Montage einer Markise beginnen sollten Sie prüfen, ob die Markise das CE Prüfzeichen führt, und das der Hersteller Ihnen dokumentieren kann für welche Windklasse die Markise geprüft wurde ! Wenn keine anderen Angaben vorhanden sind, wird der Hersteller zunächst immer die entsprechenden Werte bei Montageuntergrund Beton der Güte C20/C25 (B25) angeben.

Qualitativ hochwertige Markisen gewährleisten die Windklasse 2 bei Montage auf Druckfestem Untergrund Beton C20/25 ! Sofern Sie keine ausreichenden Kenntnisse über die Anwendung von Schrauben, Schraubanker, Fixanker und Klebedübel in Verbindung mit unterschiedlichen Montageuntergründen haben, machen Sie sich bitte mit den Grundlagen für das Basiswissen Befestigungstechnik >> vertraut.

Sollten Sie die Entscheidung getroffen haben die Markise selbst zu montieren, kann Ihnen der Markisenlieferant problemlos die erforderlichen Dübelauszugswerte berechnen und eine Dübelempfehlung aussprechen. Auch wird der Markisenlieferant die notwendigen Montagekonsolen und deren Anzahl festlegen und mitliefern. Je nach Montageuntergrund wird der Lieferant die Anzahl und Beschaffenheit der Montagekonsolen an die Dübel und den Montageuntergrund anpassen.

Fakt ist, dass eine Markise mit z.B. 5 mtr Breite und 3 Mtr Ausfall, deren Montagekonsolen für die Montage auf Beton berechnet wurden, nicht mit der gleichen Anzahl Konsolen auf Montageuntergund Hochlochziegel oder Porenbeton montiert werden kann. Hier muß die Anzahl und gegebenenfalls, auf Grund anderer erforderlicher Achsabstände, die Beschaffenheit der Konsolen angepasst werden.  Je nach Größe der Markise und Art des Montageuntergrundes wird es nicht immer möglich sein die Markise nach der Windklasse II zu montieren. Aber auch dies wird Ihnen eine kompetente Markisenfirma ausrechnen und entsprechend dokumentieren.

Richtige Beurteilung von Dübelauszugswerten in Verbindung mit dem Montageuntergrund

Über die Dübelauszugswerte und den Montageuntergrund können dann die richtigen Dübel auch über die Vorgaben der Dübelhersteller ausgewählt werden. Praxisorientierte Daten und Anwendungsbeispiele finden Sie auf diesen Seiten. Sollten die genauen Angaben über den Montageuntergund und Festigkeitswerte nicht vorliegen bzw. bekannt sein , sollten Sie mit einer Probebohrung die Art des Montageuntergrundes bestimmen.

Anleitung und Informationen zur Ausführung einer Probebohrung >>

Nach dem Ergeniss der Probebohrung können Sie für die entsprechende Dübel und Schrauben und deren Auswahl dann nachfolgende Werte zu Grunde legen:

  • Beton = Beton B25 C20/C25 Deckenmontage=Zugzone / Wandmontage=Druckzone ungerissen
  • Vollstein Ziegel = Mauerziegel MZ12
  • Vollstein Kalksandstein = KS12
  • Lochstein Ziegel = Hochlochziegel HLZ12
  • Lochstein Kalksandstein = KSL12
  • Leichtbeton Hohlblockstein Hbl2/Hbl4
  • Porenbeton/Gasbeton = Porenbeton PB2

Für das weitere Vorgehen benötigen Sie vom Markisenhersteller die Angaben der Zentrischen Zuglasten pro oberer Bohrung der Montagekonsolen auf durckfestem Untergrund Beton B25 C20/25. Die Werte müssen auf die von Ihnen dimensionierte Markise berechnet sein. Und dies auf die entsprechende Windklasse, in den meisten Fällen Windklasse 2 !

Wenn Sie zum Beispiel eine Markise mit einer Breite von 5 mtr und einem Ausfall von 3 mtr montieren möchten, erhalten Sie vom Markisenhersteller z.B. die Angabe, dass die Zentrische Zuglast bei Windklasse 2 pro obere Bohrung der Konsole bei Montage auf Druckfestem Untergrund Beton 3600 N beträgt. Auch erhalten Sie die Zuglasten bei Winklassen kleiner 2.

In unserem Beispiel:

3600 N bei Windklasse 2
2800 N bei Windklasse 1
2000 N bei Windklasse 0 

D.H. heißt für Sie als Markisenmonteur, dass Sie jetzt das passende Befestungsmaterial anhand dieser Werte bestimmen müssen. Sie müssen also einen Schraubanker bzw. Fixanker oder Klebedübel verwenden der für den entsprechenen Montageuntergrund die vom Hersteller berechnete Zuglast gewährleistet. Zusätzlich müssen Sie prüfen ob die Montagekonsolen dafür geeignet sind.

Spätestens jetzt sollten Sie sich mit dem Basiswissen für Befestiungstechnik vertraut machen !

Hier erhalten Sie alle notwendigen Infos - Basiswissen Befestigungstechnik >>

Bei Montage auf Beton und auf druckfestem Untergrund gibt es hier in der Regel keine Probleme und die Zuweisung des richtigen Befestigungsmaterial ist relativ einfach ! Aufwendiger wird das Ganze bei anderem Monteuntergrund wie z.B. Hochlochziegel oder Porenbeton oder wenn zusätzliche Wärmedämmung vorhanden ist.

Diese Materialien haben wesentlich weniger Materialdichte und können somit nicht mit den gleichen Zuglasten belastet werden wie Beton. Hier müssen gegebenfalls andere Montagekonsolen mit mehr Befestigungsbohrungen und mit größeren Abständen der Bohrungen eingesetzt werden.

Die meisten Markisenhersteller lösen das mit zusätzlichen Montageplatten oder Veränderung der Montagekonsolen durch Erhöhung der Anzahl von Befestigungsbohrungen und Vergrößerung des Abstandes der Befetigungsbohrungen. Auch hierfür muss Ihnen der Markisenhersteller die entsprechenden Daten und Zubehörteile liefern können. In Nachfolgender Beispieltabelle haben wir die maximalen zentrischen Zuglasten anderer Montageuntergründe dargestellt.

 

Einzeldübel Montageuntergrund
 
Mauerziegel
Mz 12
Kalksand-
Vollstein
KS12
Hochlochziegel
HLZ12
Kalksand-
Lochstein
KSL12
Leichtbeton
Hohlblockstein
Hbl2/Hbl4
Porenbeton
PB2
Max. Zuglast (N)
2000
2000
1200
1000
600/1000
1300 (1)
Bauteildicke > (cm)
24
24
24
24
24
17,5
Randabstand (cm)
25
25
20
20
20
20
Achsabstand (cm)
Konsolenbohrungen
19,5
19,5
19,5
19,5
19,5
19,5

Die Werte in obiger Tabelle gelten bei Einsazt von Injektionsanker mit einer Verankerungstiefe von 130 mm - stärke M12 (1) Porenbeton gilt nur für konisch gebohrte Löcher !

Wenn wir obiges Beispiel verwenden , wo bei Montage auf Beton laut Hersteller eine Zuglast von 3600 N berechnet wurde, und Sie montieren die Markise auf Hochlochziegel HLZ12, ist in der Tabelle ersichtlich, dass Hochlochziegel nur mit maximal 1200 pro Einzeldübel belastet werden darf. D.H. Somit muss der Wert 3600 N durch 1200 N geteilt werden.

Das ergibt die notwendige Anzahl der Konsolenbohrungen. Somit muss die Zuglast auf 3 Bohrungen verteilt werden. Diese müssen aber auf Grund des vorgegebenen Achsabstandes mindesten 19,5 cm Abstand zueinander haben. Diese Beispiel soll verdeutlichen, dass in diesem Fall für eine fachgerechte Montage nach DIN auch die Montagekonsolen der Markise entsprechend angepasst werden müssen.

Auch verdeutlicht das obige Beispiel die Tatsache, dass z.B. bei Montage einer Markise auf Leichtbeton Hohlblocksteinen, die Windklasse 2 der montierten Markise nicht erreicht werden kann. Obwohl die Markise selbst auf Winklasse 2 geprüft ist.

Zusammenfassung: Nennen Sie dem Markisenhersteller für die Befestigung den genauen Montageuntergrund. Kompetente Hersteller können Ihnen dann genau berechnen welche Montagekonsolen Sie benötigen und welche Zuglasten pro Konsolenbohrung auftreten. Der Hersteller kann Ihnen dann die Markise samt angepasster Montagekonsolen oder Montageplatten im "Gesamtpaket" anbieten. Meistens erhalten Sie dann auch noch eine detaillierte Empfehlung welche Befestigungsmaterialien Sie verwenden können.

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